Künstlerin

Kunst sollte immer ein gesellschaftskritisches Medium sein. Sie hat die Macht als Korrektiv ihren Finger auf die Wunden und Geschwüre unserer Gesellschaft zu legen. Wenn wir als Künstler*innen diese Möglichkeit nicht nutzen, verkommt Kunst zur Unterhaltung.

Wiebke Wiedeck 

Ich entwickelte bereits als Kind vielseitige Talente und Begabungen. Im Alter von zehn Jahren beherrschte ich bereits fünf Instrumente, tanzte, sang, und interessierte mich für die Natur und Tierwelt. Im Alter von 11 Jahren schrieb ich erste Gedichte, Texte und Lieder. Bereits in diesem Alter wurde ich als Sprecherin/Moderatorin in Kulturveranstaltungen eingesetzt und gewann zahlreiche Wettbewerbe im Bereich Gesang/Kreatives Schreiben.

Ich nutzte meine Kreativität, um Themen des Alltags zu verstehen und zu verarbeiten. Außerdem versuchte ich, meine Sicht und meine Wahrnehmung der Welt auf einem kreativen Weg für andere zugänglich zu machen. Aufgrund meiner Hochsensibilität war diese oft intensiver als bei anderen Menschen, was mich als Kind oft verunsicherte. Ich fand bereits sehr früh einen tiefen Zugang zur Natur und zu Tieren. Auch diese Verbindung fand immer wieder Platz in meinen frühen Werken.

Ich wurde 1980 in die Spezialklassen für Musikerziehung Wernigerode aufgenommen. Ich war eine kritische Schülerin und stellte öffentlich Schwierigkeiten des sozialistischen Systems infrage, was dazu führte, dass mir vorerst nach dem Abitur das Studium der Schauspielkunst verwehrt wurde. Daraufhin absolvierte ich eine einjährige Ausbildung als Facharbeiter für Spielzeugherstellung. In diesem Jahr gründete ich eine künstlerische Untergrundgruppe, in der literarische Texte von bekannten aber verbotenen Künstlern vorgestellt und diskutiert wurden, aber auch eigene Werke präsentiert wurden.

Am Ende einer derartigen Zusammenkunft empfahl mir einer der anwesenden Mitkünstler, mich für ein Hochschulstudium im Bereich „Moderner Gesang“ zu bewerben, was ich dann auch mit eigenen Songs und mit eigenen Texten tat. Trotz eines politisch nicht korrekten Abitur-Zeugnisses wurde ich aufgrund meines künstlerischen Potenzials angenommen.

Bereits während des Studiums stellte ich vornehmlich eigene Texte und Songs vor. Ich schloss das Hochschulstudium in den Fächern Musik-Pädagogik, Psychologie, Gesang, Schauspiel und Sprecherziehung an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin im Jahre 1990 mit den Diplomen „Sehr gut“ ab.

Obwohl ich einen Tag vor der Währungsunion mein Examenskonzert mit vornehmlich eigenen Werken absolvierte, fand ich bald einen Weg in die Kunstszene des für mich neuen Systems.

Als Sängerin und Schauspielerin habe ich in mehr als 3.000 Aufführungen mitgewirkt.

  • 1990 Hauptrollen in dem Zwei-Personen-Stück von Jean-René Lassalle: „Esther und Judith“, Regie: Jean-Marie Boivinein Stück über die gleichgeschlechtliche Liebe zweier Frauen und deren Akzeptanz in der Gesellschaft
  • 1991 Hauptrolle in dem Theaterstück über die feministische Schriftstellerin „Unica Zürn“
  • 1990 und 1991 Moderatorin bei „City Beat“, FAB Berlin (Fernsehen aus Berlin)
  • 1993 bis 1996 Sängerin der Band „Poems for Laila
  • 1994 Mitwirkung bei dem Album „I Shot The Moon“, das von dem ehemaligen Roxy Music-Gitarristen Phil Manzanera in London produziert wurde
  • 1995 erste eigene CD „Roulette des Lebens“Inhaltlich engagierte ich mich darin für das Aufbrechen von geschlechterspezifischen Rollenmustern
  • 1996 bis 1998 Hauptrolle „Jill“ in der Welturaufführung der „New York Story“ von Yoko Ono unter der Regie von Gerald UhligDas Musical wurde in Saarbrücken und Berlin welturaufgeführt. Ich begegnete während dieser Inszenierung Yoko Ono, die in diesem Musical Kriminalität, Drogen, Gewalt, Sexismus und Frauenhandel anprangert.
    Wiebke Wiedeck mit Yoko Ono und Gerald Uhlig (Regisseur)

     

1999 bis 2006:

  • verschiedene Chansonprogramme („Küsse und Bisse“, „Eine Frau packt aus“, „Dinge des Lebens“, „Endlich 40++!“) mit eigenen Songs oder Neuinterpretationen bekannter Chansons
  • Thematisierung der Rolle der Frau in unserer Gesellschaft, Auseinandersetzung mit dem Jugendwahn und der Sexualisierung des Weiblichen
  • Öffentliche Statements zu den Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Mutterschaft
  • Gastspiele in der Volksbühne Berlin, Theater am Kurfürstendamm, Theater des Westens und in ganz Deutschland
  • Gastspiel in der Kleinen Revue im Friedrichstadtpalast Berlin
  • Tournee mit eigenen Interpretationen von gesellschaftskritischen Brecht-Songs nach Paris, Bordeaux, Los Angeles und Brüssel
  • Lesereihe des Buches „Die wilden 20er Jahre“ organisiert durch den „Edition Ebersbach Verlag
  • 2002 Sprecherin und Moderatorin beim FAZ Businessradio 93,6
  • 2002 CD „LEIBESLIEDER“ mit ausschließlich eigenen Chansons, bei duo-phon-records erschienen. In den Songs dieser CD hinterfragte ich den Sinn übertriebener Pränatal-Diagnostik, die in Einzelfällen zu gewollten Schwangerschaftsabbrüchen aufgrund genetischer Dispositionen führt. Grundlage für diese CD waren meine eigenen Erfahrungen in der Schwangerschaft mit meinem zweiten Sohn.
  • 2004 – Veröffentlichung meiner Meinung zu dieser Thematik und zu ethischen Kontroversen auf der wissenschaftlichen Lehr-DVD „Ethik im Gesundheitswesen“ in Form eines Interviews
  • 2003 bis 2004 „Old P.“ und „Madame Thénardier“ in der Premieren-Besetzung der Berlin-Uraufführung des Musicals „Les Misérables“
  • 2005 zweite CD „Endlich 40
  • 2007 durchlebte ich eine Krise und zog mich vorerst aus der Öffentlichkeit zurück

In dieser Krise verarbeitete ich biographische Themen und hinterfragte auch meine Möglichkeiten, als Künstlerin in einer Gesellschaft wirken zu können. Dies führte dazu, dass ich mich seitdem hauptsächlich auf meine Weiterentwicklung und mein Wirken als Autorin fokussiere.

Seit 2017 bin ich auch wieder mit musikalischen Programmen und musikalischen Lesungen in der Öffentlichkeit präsent.

Bis heute verstehe ich Kunst als ein gesellschaftskritisches Medium und als Ausdrucksform des Unterbewusstseins.

Außerdem nutze ich die Kreativität, um meine Hochsensibilität und die damit verbundene Gefühls – und Seelenwelt anderen Menschen nahezubringen und sie damit für ihre eigene Empathie zu öffnen.

Ich schrieb mehr als 500 Texte für all meine Programme und drei CD`s. Dabei entstanden Liedertexte und Zwischentexte.

Zusätzlich schrieb ich mehrere Theaterstücke und Texte für Fremdinszenierungen.

1998 erhielt ich den 1. Platz im Nachwuchswettbewerb, Kategorie: Bester Text „Neues Deutsches Chanson“, „Zarah ’98“ für den Text „Männerlied“.

Als Regisseurin inszenierte ich mehrere Theaterstücke mit vornehmlich jungen Laienkünstler*innen.  Unter anderem „The Wall“ 2002. Sehr gern unterstütze ich Schulen darin, dass sich junge Menschen kreativ mit den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen.

CDs

Wiebke Wiedeck, Endlich 40++, CD-Cover

Wiebke Wiedeck beleuchtet gnadenlos das Sein jenseits des 40. Geburtstages und bringt mit viel Augenzwinkern manches Überraschende auf die Bühne. Sie beweist auf Ihre humorvolle, charmante und einzigartige Art, dass „Frau, 40++“ längst über fast alles lachen kann.

Preis: 18,99€

Wiebke Wiedeck: Liebeslieder, CD-Cover

Neugier, Verunsicherung, Hingabe, Liebe, Vertrauen und Loslassen – wenn wir ein neues Leben in uns tragen, begegnen wir uns selbst auf eine ganz tiefe und sinnliche Art und Weise. Unterschiedlichste Facetten unseres Seins berühren unsere Tage und Nächte.

Preis: 15,99€

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