Manchmal ist sie subtil, manchmal offensichtlich – doch die Auswirkungen sind immer gravierend. Wenn Führungskräfte selbst psychische Gewalt ausüben, entsteht nicht nur für die Betroffenen ein toxisches Arbeitsumfeld, sondern es werden auch langfristig die Kultur und der Erfolg des Unternehmens untergraben.
Was bedeutet psychische Gewalt durch Führungskräfte konkret?
Gaslighting: Wenn Mitarbeitende bewusst so manipuliert werden, dass sie ihre Wahrnehmung und Kompetenz infrage stellen.
Triangulation: Das gezielte Ausspielen von Kolleg*innen gegeneinander, um Konflikte zu schüren und Loyalitäten zu testen.
Mikroaggressionen: Abwertende Kommentare, oft versteckt hinter einem vermeintlichen „Spaß“.
Systematische Herabsetzung: Wenn ständig Kritik geäußert wird, die nicht konstruktiv ist, sondern allein dazu dient, das Selbstwertgefühl zu untergraben.
Was macht diese Form der Gewalt so gefährlich?
Wenn Führungskräfte ihre Machtposition missbrauchen, ist es für Betroffene oft schwierig, sich zu wehren. Abhängigkeiten, fehlende Anlaufstellen und die Angst vor beruflichen Konsequenzen führen dazu, dass viele schweigen – oft bis zum Burnout oder zur Kündigung.
Doch genau hier liegt unser aller Verantwortung: Hinschauen, Handeln, Verändern.
Was können Betroffene tun?
Grenzen setzen: Dokumentieren Sie Vorfälle und kommunizieren Sie klare Grenzen – am besten schriftlich.
Hilfe suchen: Wenden Sie sich an Betriebsräte, Ombudspersonen, Antidiskriminerungsstellen oder weitere externe Beratungsstellen. Es gibt viele Organisationen, die Unterstützung anbieten.
Stärkung der Resilienz: Psychologische Unterstützung kann helfen, mit den Folgen besser umzugehen und Lösungswege zu finden.
Und was können Beobachtende tun?
Nicht wegschauen: Wenn Sie Zeuge von psychischer Gewalt werden, sprechen Sie Betroffene an und bieten Sie Unterstützung an.
Intervenieren: Machen Sie deutlich, dass das Verhalten nicht akzeptabel ist – wenn möglich, in einer ruhigen und sachlichen Weise.
An die richtigen Stellen melden: Sorgen Sie dafür, dass die Vorfälle intern bekannt werden, z. B. durch Meldungen an den Betriebsrat oder Vorgesetzte.
Der erste Schritt ist, das Schweigen zu brechen.
Psychische Gewalt zerstört nicht nur Vertrauen und Selbstwert, sondern hat auch langfristige Konsequenzen für die Unternehmenskultur. Wir alle tragen Verantwortung – für unser eigenes Verhalten und dafür, Betroffenen beizustehen.
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